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CANARI
12. November 2014
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Zwischen den Ortschaften Nonza und Canari im Norden Korsikas am Cap Corse liegt ein in den Steilhang gebauter und heute verlassener Fabrikkomplex. Hier wurden zwischen 1929 und 1965 bis zu 30.000 Tonnen Asbest pro Jahr abgebaut und verarbeitet. Das Unternehmen beschäftige 1.500 Arbeiter und war das größte Industrieunternehmen der Insel. Die meisten Arbeiter sind an Lungenkrankheiten, bedingt durch das Einatmen von Asbestabbau gestorben oder leiden noch heute daran. Der französische Journalist Albert Dranov hat sich in seinem 2005 publizierten Buch, Amiante – Chronique d’un crime social mit dem Asbest-Skandal in Frankreich kritisch auseinander gesetzt. In diesem Buch verpackt Drandov seine Kritik in einem Comic Strip. Eine der Szenen zeigt einen Journalisten, der bei seinem Interview mit dem Bürgermeister von Canari Zeuge eines heftigen Streitgesprächs zwischen diesem und einem Korsen wird, dessen drei Söhne in der auch unter dem Namen verrue du Cap (Warze des Capes) bekannten Asbestfabrik arbeiteten und starben. Der Korse wird zum Sprachrohr des Skandals, der durch Verschweigen von bereits damals bekannten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Gefährlichkeit von Asbest durch Industrie und Politik geprägt wurde und Frankreich noch heute belastet.

Canari // Konzept

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